Genogrammarbeit

Ein Genogramm ist eine Art Familienstammbaum dargestellt in Symbolen. Es werden nicht nur direkte Vorfahren, sondern auch Geschwister und auch andere Bezugspersonen eingetragen, so etwa „verschwundene“ Angehörige wie Ex-Partner oder frühzeitig Verstorbene.

Es geht hier jedoch nicht in erster Linie um die verwandschaftlichen Verhältnisse zueinander sondern um Gefühlsebenen, Beziehungen, Lebensdaten und weitere relevante Informationen, wie z.B.:

• Kontaktabbrüche
• Beziehungen zueinander
• Ressourcen/ Erfolge
• Krankheiten
• innerfamiliäre Konflikte
• Gefühle zueinander
• Adoptionen
• Verstorbene
• Schwangerschaftsabbrüche oder Fehlgeburten
• Akzeptanz der angeheirateten Familie
• Berufliche Stellung
• Glaube/ Werte
• Selbstmorde/ Unfälle
• Rollenzuschreibungen
• Kriegserlebnisse/ Migration/ Flucht
• Verhaltensmuster
• usw.

Man kann diese Liste unendlich fortsetzen, je nach Art der Fragestellung des Patienten.

Die Genogrammarbeit ist eine bewährte Methode aus der Familientherapie. Sie lässt einen schnellen und intensiven Blick in die Vergangenheit zu. Auch wenn die Aufdeckung verdrängter Muster und Prägungen im ersten Moment emotional belastend ist, kann dieser Prozess sehr heilend auf das gesamte System wirken.

Das Verständnis über die Herkunft eigener Grundüberzeugungen und Werte, die dem (ungünstigen alten und dem konstruktiven neuen) Verhalten zugrunde liegen, erleichtert dem Patienten den Blick auf die Lösungsfindung.

Beispiele für Fragestellungen zum angefertigten Genogramm:
• Haben Sie etwas Überraschendes festgestellt?
• Sind Menschen aufgeführt, an die Sie nicht mehr gedacht haben?
• Welche Muster, Wiederholungen oder prägende Ereignisse erkennen Sie?
• Welche besonderen Vorbilder, Ressourcen oder Talente erkennen Sie?
• Gibst es Situationen in der Familiengeschichte, die bereits bewältigt wurden? Oder gibt es welche, die Sie nutzen können, um ihre jetzige Lage besser zu gestalten?