Mobbing

Unter Mobbing wird eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder mehreren Personen systematisch und während längerer Zeit mit dem Ziel der Ausgrenzung direkt oder indirekt angegriffen wird.

Mobbinghandlungen können im Einzelfall als Bagatelle erscheinen. Dies erschwert die Erkennung. Oft ist es für den Betroffenen deshalb lange Zeit schwer zu erkennen, ob es sich um Zufall oder Absicht handelt. Die Handlungen sind oft so gut wie unsichtbar, und werden unregelmäßig ausgeführt.

Folgen von Mobbing:
Leider ist es nicht selten, dass Menschen, die unter dem extremen Druck von Mobbing leiden (oft über Jahre), starke Symptome einer psychischen Störung entwickeln, die der posttraumatischen Belastungsstörung ähnlich ist.

Typische Symptome beim Mobbing

  • schnelle Ermüdung
  • Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Grübeln
  • Reizbarkeit
  • Herzklopfen
  • Magenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • Antriebsminderung
  • Rückenschmerzen
  • Gedrückte Stimmung
  • Angstreaktionen
  • Somatisierungsphänomene

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse zweier Studien:

  1. Mobbing und andere psychosoziale Spannungen am Arbeitsplatz in der Schweiz- Staatssekretariat für Wirtschaft der Schweiz (2002)
  2. Der Mobbing-Report- Repräsentativstudie für die Bundesrepublik Deutschland – Meschkutat, Stackelbeck & Langenhoff (2002)
  • Über 50% der Täter sind Vorgesetzte
  • Alter: Häufig sind es die unter 25-jährigen sowie über 55-jährige, die gemobbt werden
  • In vielen deutschsprachigen Ländern sind Frauen häufiger betroffen
  • Das Mobbingrisiko ist in sozialen Berufen am größten
  • Neben der formalen hierarchischen Position ist auch die informelle Position der Mobber von Interesse. Attacken eines gut im Unternehmen etablierten Angreifers haben eine andere Bedeutung und wirken schwerwiegender
  • Die meisten Gemobbten werden aktiv und versuchen sich zu wehren. Oft scheitert das jedoch an der Machtposition des Mobbers.
  • In mehr als der Hälfte der Fälle konnte das Mobbing erst durch Kündigung bzw. Auflösung des Arbeitsvertrages beendet werden.
  • Als Hauptgründe wurden genannt:
    • Ich wurde gemobbt, weil ich unerwünschte Kritik geäußert habe (60,1 %)
    • Ich als Konkurrenz empfunden wurde (58,9 %)
  • Die Teilnehmer, nach der Verbesserung der gesundheitlichen Beschwerden nach Wechsel der Arbeitsstelle befragt, gaben an, dass die erhöhten Belastungen ein halbes Jahr nach dem Stellenwechsel deutlich zurück gingen
  • Das interessanteste Ergebnis der Studie ist, dass sich bereits bei geringen Spannungen am Arbeitsplatz markante gesundheitliche Beeinträchtigungen zeigen, somit sollte nicht nur Mobbing sondern auch den weniger extremen Formen psychosozialer Belastung am Arbeitsplatz die erforderliche Beachtung geschenkt werden